Dambeck
Dambeck wurde erstmalig 1261 urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit war Dambeck schon ein fertiges Kirchdorf und gehörte „zur Diöcese Havelberg und zum Archidiakonat der Neustadt Röbel mit einem eigenen Pleban (Prediger) Henricus“, wie es im Mecklenburgischen Jahrbuch beschrieben wird. Es ist also davon auszugehen, dass diese alte Kirche bis dahin schon 2 oder 3 Generationen von Menschen hindurch gedient hat.
In Dambeck befindet sich eine Gutshofanlage, welche unter Denkmalschutz steht, aber nicht mehr genutzt wird. Im Jahr 1959 wurde in Dambeck eine Zentralschule eingerichtet, die aber auf Grund sinkender Schülerzahlen geschlossen wurde. Ein Teil des ehemaligen Schulgebäudes wurde 2008 zu einem Gemeindezentrum umgebaut und wird seither rege für Dorffeste und Privatfeiern genutzt. Bis zum heutigen Tag gibt es eine Kindertagesstätte „Krümelkiste“ mit Kinderkrippe-, Kindergarten- und Hortplätzen. Um die Einwohnerzahl in der Gemeinde stabil zu halten, wurde in Richtung Röbel im Jahr 2016 ein Baugebiet mit Eigenheimstandorte erschlossen. Im Jahr 2019 lebten 478 Einwohner in der Gemeinde. Haupterwerbszweig war bislang immer die Landwirtschaft. Seit 1991 siedelten sich in der Gemeinde einige Handwerksbetriebe an. In den Jahren 2019-2020 wurde auf dem ehemaligem Bahndamm der Bahnstrecke Röbel-Ganzlin ein Radweg von Dambeck nach Bollewick errichtet.


Die Schönheit der Region kann man auf einem Wanderweg rund um den Dambecker See – teils in waldreicher Umgebung – bewundern. Dabei kommt man auch an der bekannten Kirchruine von Dambeck vorbei. Die Kirche ist eine der ältesten Feldsteinkirchen im südöstlichen Mecklenburg. Sie stammt aus der ersten Zeit des Christentums in dieser Gegend und wurde vermutlich um 1180 als spätromanische Wehrkirche gebaut.
2013 gründet sich ein Förderverein, welcher sich für eine Teilsanierung im Jahr eingesetzt hat.




Die Dambecksche Glocke in Röbel
Auszug aus der Gutenberg Edition 16
„Die Kirche in Dambeck, deren Mauern noch stehen, ist uralt. Der Turm mit den Glocken aber ist in den See gesunken, und da hat man denn vor alter Zeit die Glocken oft am Johannistag aus dem See hervorkommen und sich in der Mittagsstunde sonnen sehen. Einmal hatten einige Kinder aus Röbel ihren Eltern das Mittagbrot aufs Feld hinausgetragen, und als sie an den See kamen, setzten sie sich ans Ufer und wuschen ihre Tücher aus. Da sahen sie denn auch die Glocken stehen, und eines der kleinen Mädchen hing sein Tuch auf einer Glocke auf, um es zu trocknen. Nach einer Weile setzten sich zwei der Glocken in Marsch und stiegen wieder in den See hinunter; aber die dritte mit dem Tuch konnte nicht von der Stelle. Da liefen die Kinder eilig nach der Stadt und erzählten, was sie gesehen hatten.
Nun eilte ganz Röbel hinaus, und die Reichen, die die Glocke für sich haben wollten, spannten acht, sechzehn und noch mehr Pferde vor; doch sie konnten die Glocke nicht von der Stelle bringen. Da kam ein armer Mann mit zwei Ochsen des Weges gefahren und sah, was vorging. Sogleich spannte er seine beiden Tiere vor und führte die Glocke ohne alle Mühe nach Röbel. Dort hängte man sie in der Neustädtischen Kirche auf, und jedesmal, wenn ein Armer stirbt, dessen Hinterbliebenen das Geläut mit den anderen Glocken nicht bezahlen können, wird diese geläutet. Ihr Ton geht fortwährend: »Dambeck, Dambeck.“